Was ist Phänomen?

Im Artikel zur Frage “Was ist Psyche?” wurde die Psyche als die Vereinigung der dutzend Weltanschauungen im Menschen bezeichnet, und analog dazu das Phänomen als die Vereinigung der dutzend Weltanschauungen in der Welt.

Die Welt zu sehen, sie wahrzunehmen und Erkenntnisse aus ihr zu ziehen, das geschieht über die Betrachtung von Phänomenen. Die Erkenntnisse mögen sich dann in verschiedenste der Weltanschauungen aufteilen, je nachdem wohin der Mensch in einem jeweiligen Lebensabschnitt gerichtet ist.

Wie unterscheidet sich das Phänomen vom Realen? Die beiden sind sich ähnlich, das Reale hat aber noch andere Aufgaben, als die Welt darzustellen. Das Reale bildet eine Mitte zwischen Materie und Geist, es bringt jene beiden zusammen. Das Reale hat keine grösseren Ziele, es will nichts werden, das es zumindest in Teilen nicht schon ist, und so will es nichts können, das nicht schon innerhalb seines Horizontes liegt. Dies ergibt sich aus der Abgrenzung vom Idealismus. Das Phänomen ist zu solchen Dingen gleichgültiger; es gibt wieder, was die anderen Weltanschauungen für das Auge (und andere Sinne) des Menschen aufbringen können.

Das Phänomen leitet sich ab von der Psyche, sein Mittel (‘Körper’ der Welt wie Natur, Tier, Gemälde usw) ist aber auch ohne die Unmittelbarkeit der Psyche (d.i. der Mensch der phyisch und geistig ‘da’ ist) – nur ist es dann nicht Phänomen, sondern Geschehnis. Ohne den präsenten Menschen sind ‘Dinge am geschehen’, nicht ‘Phänomene’. Nur mit der Präsenz einer Psyche, d.i. einem in bestimmter Weise wahrnehmenden Menschen, transzendentiert das einfache Geschehnis zu einem Phänomen; nur durch die Präsenz von Sinn(vollem) bekommt das einfache Geschehnis einen Sinn und wird endlich Phänomen.

Die Psyche ist der Kontrast, der das Phänomen erst werden lässt (und umgekehrt). Die Psyche ist die Leinwand, auf der das Phänomen sich abdrücken kann. Sie erlaubt dem Phänomen, sich gegen etwas abzugrenzen, und dies lässt eine Art “mystische Hochzeit” aller Weltanschauungen mit dem Menschen, selbst in einfachsten Objekten und Dynamiken der äusseren Welt, zu.

Das Phänomen ist das Mittel der Weltanschauungen sich dem Menschen zu zeigen.

Wissenschaft und Methode 6: Zusammenfassung

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

Wir haben nun vier Dinge gefunden, welche die Wissenschaft ändern sollte, um zu ‘besserem’ Wissen zu kommen.

Das Erste ist das Ändern des Grundgerüsts der Methodik in den Lehrbüchern von Materialismus hin zum Phänomenalismus (Artikel 1 und Artikel 5). Weiter oben auf diesem Gerüst sollen all die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen dann durchaus mit den am besten zu ihnen passenden WA arbeiten.

Das Zweite sind die Institutionen, welche eine Erziehung und Bildung zur Freiheit hin entwickeln müssen (Artikel 2). Für die höheren Institutionen gilt, dass ein jeder Wissenschaftler wissen muss, wie sich die Methode die er gebraucht, von Grund auf zusammen setzt, um zu verstehen, was es ist, worauf er sich verlässt.

Das Dritte ist das Verständnis vom Begriff der Objektivität (Artikel 3). Dazu ein mit passenden Begriffen untemauertes Bewusstsein dafür, wie man sich zum Unerreichbaren (Externalen) verhält.

Das Vierte ist das Verstehen um die Mechanismen von Erkenntnis: wie Erkenntnis in einem gerade dort erscheint, wo eben nicht hingeschaut wird (Artikel 4). Und wie sie als Erstes stets vom Wissenschaftler auszugehen hat, nicht von seinen Instrumenten.

Wissenschaft und Methode 5: Phänomen

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

Im letzten Artikel wurde begonnen, über die Spiegelung von Erkenntnis zu sprechen. Die Idee ist, dass einem die Aussenwelt Erkenntnisse über einen selber gibt, während die Selbstreflektion zu Erkenntnissen über die Welt führt. Man sollte denken, dass das eigentlich eine verkehrte Sache sei, dass Erkenntnis über etwas gerade dort aufkommt, wo eben nicht hingeschaut wird. Aber es ist einfach so, man kann das selber erleben. Und dort, wo es darum geht, zu Wissen zu kommen, ist es etwas Wichtiges, sich dies bewusst zu haben; vor allem um zu wissen, ob etwas ganz falsch ist.

Das Ziel dieser Artikelserie ist es, herauszufinden, was eine bessere Methode als eine tiefer liegende Grundlage ausmachen sollte.

Die Artikelserie hat mit dem Materialismus begonnen, und nun sind wir beim Phänomenalismus, bevor wir zum Schluss kurz alles zusammen fassen. Der Phänomenalismus ist die WA, welche sehr gut dazu geeignet ist, um all das zu verstehen, was die Wirklichkeit der physischen Welt anbelangt. Der Realismus hat ebenso einige deutliche Vorteile für die Wissenschaft gegenüber dem Materialismus, jedoch hat der Realismus noch andere Aufgaben, als nur das Studium des Wirklichen. Er hält ausserdem nämlich ein Gleichgewicht zwischen dem Geistigen und dem Materiellen, und geht ungern dazu über, sich für das eine oder das andere mit Deutlichkeit zu entscheiden. Realisten können häufig gut nachvollziehen, warum Atheisten und dergleichen argumentieren wie sie argumentieren, aber ihnen ist oftmals nicht wohl dabei, sich auf diesen oder jenen Wagen aufzuschwingen. Den Realisten ist die starke Überzeugung der Materialisten häufig etwas suspekt (aber dasselbe fühlen sie auch für die harten Überzeugungen mancher Spiritualisten). Wissenschaft muss jedoch überzeugt sein können, sie muss klare, abschliessende Aussagen machen können.

Den Phänomenalismus kümmern solche Fragen weniger. Soll da streiten wer streiten will, an den Phänomenen ändert das nicht viel. Wir kommen also zum Phänomenalismus als dem Fundament der neuen Methode. Man sollte hier einwenden, dass eine einzelne WA möglicherweise eine nur ungenügende Grundlage bieten kann, um für alle Wissenschaft zu gelten. Wenn mit dem Materialismus doch ein Problem bestand, warum sollte dann nicht auch mit einer WA wie dem Phänomenalismus ein Problem bestehen? Dazu sei gesagt, dass der Phänomenalismus nicht bis zur Anwendung für alles gelten soll, sondern nur für die Wissenschaften, welche sich mit dem Wissen über das Wirkliche beschäftigen. Damit sei nichts gegen andere Gebiete, wie die Psychologie, Historie, Jura und viele andere gesagt. Aber diesen anderen steht nicht die Untersuchung der Wirklichkeit im Zentrum. Sie studieren, was “wichtig” ist, nicht was “wirklich” ist. Die Naturwissenschaften werden hier sagen, dass das “Wirkliche” das “Wichtige” ist, und das sollen sie gerne sagen. Aber es lässt sich nicht abstreiten, dass das nicht überall zutrifft. An so manchen Orten ist wichtiger, wie die Welt verstanden wird, als wie sie ist. Wenn hier also von Wissenschaft gesprochen wird, so wird davon in der reinsten Form gesprochen, nämlich als Erstes die Naturwissenschaften betreffend. Und was diese Wissenschaften zur Natur, zum Wirklichen, angeht, da ist der Phänomenalismus wohl das Angebrachte.

Vielleicht braucht es zwei unterschiedliche Methoden, eine für das Wirkliche, eine andere für das Wichtige. Vielleicht braucht es auch eine Synthese der beiden. Akzeptiert man den Wissenschaftler als den zentralen Teil in der Wissenschaft, so wird dadurch womöglich schon in die Richtung einer psychistischen Methode gegangen.

Warum ist der Phänomenalismus für die Naturwissenschaften angebracht? Und soll er auch für andere Gebiete, wie die Sozial- oder Geisteswissenschaften, gelten? Er ist zumindest für Naturwissenschaften angebracht, weil ihm die Erscheinung als Wahrheit gilt. Und die Erscheinung geht mit der Akzeptanz des Wissenschaftlers als den Dreh- und Angelpunkt in aller Forschung einher. Am Wissenschaftler und seinem Wesen liegt es, die Forschung zu etwas zu bringen, die Welt so zu verstehen, wie sie ist. Um den Phänomenalismus als Fundament für andere, spezifischere Methoden zu gebrauchen, muss dieser bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Was der Phänomenalismus will, ist die Anerkennung der Gültigkeit der ‘Erscheinung’. Was Erscheinung ist, und wie wahr sie ist, das kann man bei Goethe lernen. Hier sollte näher darauf eingegangen werden, jedoch fehlen noch einige wichtige Bausteine um dies zu tun. Dieser Artikel, “Wissenschaft und Methode 5” wird in Zukunft jedoch noch umfassend bearbeitet, um dieser Anforderung genüge zu tun.

Die Methode, die nun nötig ist, stellt den Wissenschaftler in den Vordergrund. Sie legt weit mehr Wert auf sein Wesen, sein Vorgehen, die Art, wie er persönlich an sein Themengebiet heran geht usw., als auf die Materialität seiner Beweise. Es spielt keine Rolle, welche Disziplin es ist, Naturwissenschaft gehört durch den Phänomenalismus unermauert.

Nach dem Naturphilosophen Pierre Alizé erfüllt der Phänomenalismus diese Forderung nach der Gültigkeit der Erscheinung – Alizé sagt, dass es keine optischen Täuschungen gibt. Alizé gibt zu den Täuschungen das Beispiel der Fata Morgana. Er sagt: das ist keine Täuschung, es ist eine Luftspiegelung. Die Spiegelung gibt es in der Wirklichkeit, nicht nur im Kopf eines Betrachters. Sieht man ein Spiegelbild in einem gläsernen Spiegel, so nimmt man auch nicht an, dass da eine Täuschung wieder gegeben wird, nur weil da nicht die Dinge in der Art hinter dem Spiegel vorhanden sind, wie der Spiegel einem sagt. Alizé meint nun, dass etwas wie eine Fata Morgana keine optische Täuschung sei, sondern Spiegelung, oder dann falsche Interpretation von dem, was die Wirklichkeit einem zeigt.

Man muss mit dem Wahren vorsichtig sein, um nicht zu schnell in das Okkulte zu kommen. Das Modell führt schnell in den Okkultismus. Der Okkultismus verlangt vom Menschen einen sehr sicheren Gang, weil der Weg im Okkultismus einer ist, auf dem sehr wenig deutlich auszumachen ist. Nach einem der Schemata der WA, wird der Materialismus eines Tages seine Krönung durch den Okkultismus erreichen, ähnlich wie der Spiritualismus durch den Gnostizismus eine Krönung erreichte, in der Zeit die man als die Gnosis bezeichnet. Jedoch scheint der Materialismus für eine solche Krönung noch nicht bereit zu sein. Zuerst braucht er sehr viel wahrere Grundlagen, als er heute hat. Der Materialismus hat in der Gegenwart, anders als viele denken, wenig echtes Wissen über sich selber. Er hat dafür sehr viel funktionierendes, anwendbares Wissen.

Der Phänomenalismus sollte als unterste Grundlage für alle äussere Wissenschaft gelten. Denn es geht lediglich darum, die tiefste Ebene so zu gestalten, dass man darauf aufbauen kann, ohne dass oben drauf nur noch Unsinn zustande kommt. Geht man vom Phänomenalismus aus, so wird eine WA wie der Psychismus jedoch keine Freude haben. So braucht es da womöglich etwas anderes. Das Psychische ist mehr oder weniger unberechenbar, und es macht scheinbar, was es will. Eine ‘wirkliche’ Grundlage zu haben, ist für den kränkelnden Psychismus der Gegenwart da durchaus Notwendigkeit. Was er genau braucht, ist jedoch sehr schwer zu sagen. Vielleicht ist das ein Thema für einen separaten Artikel.

Was auch immer für Stürme von den anderen WA da gegen den Phänomenalismus kommen mögen, wenn er für die äussere Wissenschaften die Ruder in der Hand hält, wird er für das Wahre wie ein Anker sein.

So muss man nur noch auf günstige Winde aus der richtigen Richtung hoffen, und die Wissenschaft treibt von selber in bessere Häfen, als sie das gegenwärtig tut.

Wissenschaft und Methode 4: Erkenntnis

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

Philosophie ist die Verschmelzung von den zwei WA Idealismus und Realismus. Ihre Methode erstreckt sich auf sich selbst wie auch auf alle anderen WA. Das ist das Besondere am Weltanschauungspaar Idealismus und Realismus, dass sie dort, wo sie zusammen kommen, eine anstossende, belebende Wirkung auf alle anderen WA haben. Vielleicht gilt das auch für andere Oppositionspaare. Der Idealismus beginnt oben beim Allgemeinen und arbeitet sich von da hinunter zum immer Kleineren, er beginnt bei der ‘Deduktion’ (also ‘vor’ der Erfahrung, Kant bezeichnete dies als ‘apriori’). Der Realismus beginnt bem Denken nach der Erfahrung, bei der ‘Induktion’ (Kant: ‘aposteriori’). Der Realismus arbeitet sich vom Speziellen, d.h. von unten, nach oben hin zum immer mehr Gemeinsamen.

Um für die Methode der Wissenschaften eine Alternative aufzubauen, müssen wir wissen, wo wir beginnen sollen.

Man muss bei der Philosophie beginnen, weil dort alles geschaffen wird, das wirklich Grundlage ist. Bei der Philosophie muss begonnen werden, weil sonst bald alles wieder zurück in alte Gewohnheiten fällt. Die Philosophie ist der einzige Ort, wo etwas wirklich Neues entstehen kann, das auch länger Bestand hat, und dem Menschen einer bestimmten Epoche entspricht. Alles Nichtphilosophische leitet sich allein davon ab, wie die Philosophie ihre Fragen stellt. Ohne Philosophie zerfällt alles, denn ohne Philosophie gibt es nichts, das alle zwölf WA zusammen halten kann.

Wir beginnen also bei der Philosophie. Und hier stellen wir nun die erste Frage: was wollen wir mit dem Wissen? Davor kommt vielleicht noch die Frage, was wir mit dem Begriff Wissen sagen wollen. Ist das Wissen ein Ansichtenhaben, mit einigen Zusätzen, wie Beweisen? Je weniger Ansicht und je mehr Beweis, desto mehr ist es Wissen? Oder ist es etwas ganz anderes? Hat man diese Antwort einmal gefunden, so stellt sich die Frage, wofür wir es überhaupt gebrauchen wollen.

Was ist Wissen? Wissen ist Objektivität, und damit jenes, das einem von einem anderen über es selbst gesagt wird (siehe Artikelserie Subjektivität, Objektivität, Externalität). Sagt mir ein Mensch etwas über sich selbst, so habe ich ein Wissen darüber – von der Tatsache die er mir über sich gesagt hat, wie auch über jenen Menschen. Er kann auch lügen, dann habe ich ein Wissen über eine Falschheit, vielleicht ohne zu wissen dass sie eine solche ist. Wissen wird dadurch von dort, vom anderen, weg gegeben. Dies gilt nicht nur von Menschen, sondern auch von Dingen, z.B. wenn man sich etwas anschaut. Alles teilt sich einem mit, nur schon durch das Gesehenwerden. Auch das ist Wissen. Wissen entsteht also beim Ding, das sich mitteilen muss, oder will. Meinung hingegen geschieht, wenn dasjenige, das man betrachtet, zwar das Wissen über sich anbietet, man dies jedoch ablehnt, und sich stattdessen etwas vom anderen ‘nimmt’ (nämlich das, was man sehen will). Das ist dann nicht Wissen, sondern Meinung, aber es hat durchaus auch eine wichtige Rolle. Wissen ist das Geschenk des anderen. Eines anderen, das etwas über sich selbst preisgibt. Das zumindest ist das Schema das wir für Objektivität und Subjektivität gebrauchen.

Damit ist wohl schon stark angedeutet, wohin die Reise mit der Wissenschaft gehen sollte.

Was wollen wir mit Wissen nun erreichen? Wir wollen, dass das Wissen sich durch Schulen so anbietet, dass dem Menschen damit eine umfangreiche Ausrüstung mitgegeben wird, um sich auf eine persönliche Beziehung zu allerlei Wissen aufzumachen. Für die höhere Bildung, wie Universitäten, gilt etwas anderes, da sich dort viele verschiedene Disziplinen finden. An den Universitäten findet sich für jede Disziplin etwas anderes, das angemessen ist.

Welche WA ist die ‘beste’ für Wissenschaft? Es gibt keine beste, weil sich die wissenschaftlichen Disziplinen so sehr unterscheiden. Aber jede Disziplin hat eine WA, die am besten zu ihr passt. Jede Disziplin gehört in den WA irgendwo hin.

Wenn die Wissenschaft ein Teil des Wissens ist, so haben wir die Wissenschaft danach auszurichten. Wissenschaft ist die Art, wie das Wissen gefunden, gepflegt und entwickelt wird. Wenn das Wissen ist, was das andere über sich selber aussagt, womit verbleiben wir dann? Wir haben uns zu entscheiden, was uns wichtiger ist: ein System, auf das wir uns verlassen können, oder Wahrheit? Die zwei schliessen sich nicht aus, aber es ist wichtig, was zuerst kommt. Was liegt uns also näher: die Gewissheit, dass wir die Verantwortung über die Tatsachen mit einem System teilen können, oder eine Wahrheit, die wir alleine schultern müssen?

Habe ich nicht ein System, auf das ich zurück fallen kann, so bin ich alleine verantwortlich. Ist das System gut, so kann ich einen Teil des Denkens dem System verantworten. Wenn es jedoch an mir liegt, aufnehmen zu können, was das andere mir über sich sagen will, und nicht irgendwelchen Instrumenten einer Methode, so werde ich eine ganz andere Rolle in der Untersuchung haben müssen.

Wie ein Lehrling, der Tag für Tag, Monat für Monat, neben seinem Lehrmeister hertrottet, und nie ein eigenes Projekt verantworten muss. Für einen solchen Lehrling wird es schwer sein, das Können zu entwickeln, um auf einmal wirkliche Verantwortung zu übernehmen. Dieser Lehrling wird sich auf einmal schlagartig in seinem Wesen verändern, wenn er eigene Projekte zu schultern hat, ohne dass er die Verantwortung irgendwohin übertragen kann.

So wird der Wissenschaftler versuchen müssen, das Wesen des Dinges vor sich zu erkennen, es wird nicht mehr reichen, einfach Datensätze abzulesen und zu ordnen. Das will nicht heissen, dass Datensätze keine Gültigkeit mehr haben, aber sie sind nicht mehr der alleinige Weg zur Wirklichkeit. Sie müssen sich diese Rolle mit anderen Ansätzen teilen, sie werden zu ihrer Entsprechung: zum Hilfsmittel. Sie sollen nicht mehr der Urquell von Erkenntnis darstellen.

Heute ist es das Umgekehrte, von dem wie es sein sollte. Was ist der Wissenschaftler heute anderes, als ein Hilfsmittel für die Studie, um möglichst reine Objektivität zu erreichen? Es sollte so sein, dass der Wissenschaftler sich ein wissenschaftliches Denken erübt, mit dem er die Messinstrumente dort verwendet, wo sie als Hilfsmittel unentbehrlich sind. Er ist jedoch noch immer der zentrale Punkt, mit seinem geschulten Gefühl, und seinem geschulten Denken für das Wahre.

Im letzten Artikel wurde gesagt:

Objektivität wird erreicht, wenn das Ich eines Menschen zu einem Ding hin geht, und sich ausserhalb des Menschen mit diesem verbindet. So wird das Ding zum Objekt.

Das ist das Schema, das wir bis jetzt verwendet haben. Jedoch müssen wir uns das Ganze noch einmal anschauen, und mit einem wichtigen Gedanken ergänzen. Das Schema ist also noch nicht ganz richtig, aber irgendwo haben wir ja beginnen müssen. Und der zitierte Gedanke ist schon einer, den man erstmal verdauen muss. Würde man sogleich mit dem im nächsten Absatz beschriebenen Gedanken beginnen, so wäre dieser kaum verständlich. Hier also gehen wir zum nächsten Gedanken, wo das Ganze eigentlich wieder auf den Kopf gedreht wird. Kann man Obiges akzeptieren, ist es leichter zu Folgendem zu kommen.

Die Rolle des Wissenschaftlers muss eine andere sein, aber auch das, was man unter dem wissenschaftlichen Denken versteht, muss ein anderes werden. Was in das wissenschaftliche Denken zusätzlich hinein spielen muss, ist ein gesundes Fühlen. Man muss sich mit dem Objekt vor sich so verbinden können, dass man versteht, wie man im Objekt, d.h. in der Welt, zumindest im tieferen Studium, nur eine Spiegelung des eigenen Wesens finden wird. Etwas anderes nicht möglich.

Damit soll nicht gesagt werden, dass alle Objekte den Menschen tatsächlich spiegeln, dass man also überall nur sich selbst sieht. Was gemeint ist, ist, dass dort, wo man sich in eine Sache vertieft, wo man zu wirklicher Erkenntnis kommt, dieses Phänomen erlebbar ist. Man merkt in diesem Erlebnis, dass bei der Betrachtung eines Objektes die Erkenntnis viel mehr einen selbst betrifft, als das eigentliche Objekt vor einem. Umgekehrt betrifft die Erkenntnis aus der Selbstreflexion viel eher die Welt und die Menschen ausserhalb von einem, als einen selbst. Reflektiert man über sich selber, werden einem verschiedenste Dinge über die Menschen um einen herum beginnen einzuleuchten. Es ist ein Widerspruch, aber diese Aussage ist nicht abzustreiten, ohne dass man diese Erfahrung abstreitet.

Diese Tatsache kann man nicht mehr abschütteln, wenn man sich einmal damit befasst hat: die Tatsache, dass Wahrheit stets entweicht, wenn man denkt, man habe sie jetzt vor sich. Dass in dem Moment, wo das eine entweicht, jedoch ein anderes überraschend sich einem aufschliesst, das man überhaupt nicht untersucht hat. Dieses Erlebnis kann man viele Male, auch in kürzerer Zeit nacheinander, haben, dass sich einem dasjenige, das man vor sich sucht, nicht greifen lässt, aber ein anderes, eigentlich unbeteiligtes, sich auf einmal zeigt. So steht der Mensch mit Wahrheit im Zusammenhang – jedenfalls im Erlebnis.

Aus dem oben Gesagten wollen wir versuchen im nächsten Artikel eine Methode zu entwickeln, die den Wissenschaftler in das richtige Verhältnis zu seinem Studium stellt.

Wissenschaft und Methode 3: Objektivität

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

In der Artikelserie ‘Subjektivität, Objektivität, Externalität’ wurde angeschaut, wie es sich wirklich mit der Objektivität verhält. Der Begriff der Objektivität wurde neu interpretiert, und Folgendes wurde dazu gesagt: Objektivität wird erreicht, wenn das Ich eines Menschen zu einem Ding hin geht, und sich ausserhalb des Menschen mit diesem verbindet. So wird das Ding zum Objekt.

Das bedeutet, dass der Mensch teilhaben muss, um Objektivität zu haben. Hat man keinen Menschen dabei, so hat man keine Subjektivität, keine Objektivität wie auch keine Externalität. Was die Wissenschaft mit ihren Methoden versucht, ist, um die hier gebrauchte Sprache zu verwenden, im Prinzip dieses Vermischen des Ich des Experimentierenden mit dem Ding so sanft, so unsichtbar wie möglich zu machen. Die Wissenschaft versucht, so viele Messinstrumente, so viele ‘Dinge’ wie möglich zwischen den beobachtenden Menschen und das zu beobachtende Ding zu stellen, auf dass hin sie sagen kann: “Da haben wir es geschafft keine Subjektivität zu haben, weil da nicht der Mensch beobachtet hat, sondern andere Dinge”. Dennoch ist es der Mensch, der die Beobachtungen irgendwann machen muss, auch wenn das über etliche Umwege geschieht.

Es hat auch eine gewisse Berechtigung, das so zu machen, weil es für die Wissenschaft der Gegenwart, mit ihrer gegenwärtigen Methode, sehr schwierig ist, zu sagen, ob der Mensch mit seinem Ich das Ding zu sich geholt hat, oder zum Ding gegangen ist, und damit objektiv ist. Wenn Wissenschaft aber weg will vom Daten sammeln und Zahlen vergleichen, und sie stattdessen Wahrheit zum Kern ihrer Bestrebungen machen will, so muss sie Wege finden, mit der Möglichkeit von Subjektivität im Experiment umgehen zu können. Und wenn das bedeutet, dass sie ihre Wissenschaftler nicht nur darin auszubilden muss, Messmethoden mit irgendwelchen Geräten zu erdenken, sondern auch darin, wie man denken und fühlen muss, wenn man sich eine Sache anschaut, oder in welcher Geistesverfassung man sein muss, um Wahrheit aus den Dingen nehmen zu können, so muss sie auch jene Dinge lehren. Das ist jedoch sehr viel schwieriger gesagt als getan.

Es muss der Punkt kommen, wo die Wissenschaft den Wissenschaftler als das anerkennt, was er ist; dass er sehr viel mehr ist als ein bloss organisierendes Teilchen in einer Kette von Mess- und Zählinstrumenten. Die Wissenschaft muss den Wissenschaftler als mindestens so zentral verstehen, wie den eigentlichen Gegenstand einer Untersuchung.

Man muss, trotz all der Kritik, zugeben, dass dies in manchen Bereichen bereits geschieht. Dort, wo erfahrene Wissenschaftler in der Praxis am Werk sind, erübrigen sich die Messinstrumente irgendwann. Eine Ausnahme ist der Psychismus als Wissenschaft, denn wo man den Menschen studiert, wird man immer auf äusserst überraschende Ergebnisse kommen. Bis jetzt gibt es jedenfalls noch kein umfassendes Modell der Psyche im Allgemeinen, mit dem man gute Voraussagen machen kann. Wie dem auch sei: mit der Erfahrung lernen solche Wissenschaftler selbständig das Denken für Wahrheit, das eigentlich notwendig ist, das ihnen in den Universitäten jedoch nirgendwo beigebracht wird. Solche Menschen sollten sich überlegen, was es genau ist, das sie verstehen, und wie sie das den jüngeren Generationen beibringen können. Vielleicht sogar, wie sie das in ihre jeweilige Wissenschaftsdisziplin einbringen können. Je abstrakter jedoch die Wissenschaft ist, desto schwieriger ist es, sich ein solches Denken auf einem hohen Niveau anzueignen. Also muss der Beginn dort gemacht werden, wo es einfacher ist.

Wissenschaft und Methode 2: Institutionen

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

Hier findet sich die Kritik an den Institutionen. Dazu gehört alles von der Grundschule bis zur Universität. Dieser Artikel wurde so kurz wie möglich gehalten, aber es ist etwas schwierig, auch nur die schlimmsten Probleme in solcher Kürze aufzuzählen.

Der erste Punkt der kritisiert werden soll, ist das Bewertungssystem. Von den Erstklässlern, bis hinauf zu bald werdenden Professoren, findet sich die Benotung der Arbeit. Da hat man irgend eine Skala von gut bis schlecht, und ordnet, je nach Anspruch und Resultat, die Arbeit irgendwo auf dieser Achse ein. Das ist eine Methode, welche man rechtfertigen kann, wenn man argumentieren will, dass sie effektiv ist: die Kinder lernen, wenn da oben rechts in roter Farbe eine Zahl oder Buchstabe steht, welche über die Arbeit urteilt. Ist die Zahl schlecht, so weiss das Kind: das wirkt sich auf meine Möglichkeiten schlecht aus, ist sie gut, so weiss es: das gibt mir etwas bessere Aussichten für die Zukunft. Ob diese Zukunft die Laune der Eltern betrifft, oder ferne Berufsaussichten, es wird gesagt: dein Aufwand hat bestimmte Konsequenzen. Dadurch ist in den Noten eine kleine Drohung versteckt, und das erschwert es, in einem Kind ein lebendiges Interesse am Lernen zu erwecken. Ausserdem werden Kinder viel zu früh mit allerlei Wissen überschwemmt. Was gebraucht wird, ist eine Erziehung ohne unterschwellige Drohung, sondern eine Erziehung zu Freiheit.

Ein solches System ist ausserdem geeignet, wenn man eine Armee von desinteressierten Drohnen darauf konditionieren will, in einer gegebenen Zeit produktiv zu sein. Es eignet sich, gewaltsam allerlei Wissen in den Menschen hinein zu stopfen. Es eignet sich jedoch nicht dafür, im Menschen ein Interesse zu entwickeln, oftmals führt es gerade zu Desinteresse. Dazu könnte hier noch endlos viel gesagt werden. Und es sollte eigentlich auch gesagt werden, aber es ist hier nicht das Ziel, solche Dinge ausführlich zu zeigen. Spätestens wenn der Schüler zum Studenten wird, und sich aus einem Interesse heraus spezialisiert, sollte eine Bewertung zu keinem Zeitpunkt überhaupt mehr erwägt werden, sondern nur noch die Hilfe in der Ausbildung. Kann ein Student nicht auf solche Weise ein Interesse entwickeln, so schaut er sich besser woanders um, vielleicht auch ausserhalb von Universitäten. Dies würde bewirken, dass jene, welche sich aus irgendwelchen Gründen in ein Fachgebiet hinein zwingen, komplett verloren wären, oder unentwegt schauspielern müssten. Sie würden das Fachgebiet viel eher verlassen, weil es unangenehm ist, so im Nichts alleine dazustehen. So hätte man kleinere Studiengruppen von jenen, welche sich für ihr Gebiet mit jeder Faser ihres Wesens einsetzen. Da wollen wir eine Bildung zu Freiheit, anstelle von diesem Karriereprinzip der Gegenwart. Aus jenen, welche trotz all dem noch Leistung zu zeigen möglich ist, schafft man Menschen, welche klug genug sind, Information fehlerfrei wiederzugeben, und Anleitungen gut zu folgen (eine Aussage von Feynmann über die Mängel moderner Bildung).

Unmengen an Ressources würden gespart, weil die Infrastruktur nicht mehr durch all die Karrieremenschen und Hineingeschwemmten missbraucht (weil für nichts gebraucht) würde. Es ist eine winzige Minderheit, welche alle bedeutenden Auswirkungen auf die verschiedenen Fachgebiete bewirken. Jeder einzelne dieser Minderheit bewirkt mehr als hunderte, manche ganz besonders seltene unter ihnen, bewirken mehr als zehntausende ihrer Kollegen zusammen genommen. Und wie man diese winzige Minderheit von Höchstbegabten im Ausbilden ihrer WA fördert, das muss im Zentrum aller universitären Bestrebungen liegen. Nicht, wie man wortwörtlich Millionen an herum irrenden Glühwürmchen hilft, sich durch eine Ausbildungspresse zu zwingen, indem man ihnen mit allerlei Bewertungen und Terminen gegen ihre trägen Herzen, gegen ihre Prokrastination, mit sanfter Hand droht. Man sei versichert, dass da dennoch genug Drohnen durch den Filter des ‘alleine im Nichts Stehens’ hindurch kommen, um die Details der grossen Arbeiten durchzurackern und irgendwie auszuarbeiten – zu einer Praxis umzusetzen. Solche Menschen machen durchaus eine sehr wichtige Arbeit, aber für sie braucht es keine spezielle Förderung. Sie kommen von selber, weil sie den Status wollen.

In Deutschland, generell im Weseten, haben noch nie so viele studiert, wie das in der Gegenwart der Fall ist. Und was sind die Klagen? Es gibt zu wenig Geld für die Universitäten, es gibt zu wenige Professoren, es gibt zu wenig dies, zu wenig das. Es gibt einen ganzen Kluster von Problemen in diesem Bereich. Das erste wurde erwähnt – wir fassen es zusammen als Massentauglichkeit, diese Ausbildung für den nutzlosen Schwarm. Daraus ergeben sich wiederum zahlreiche Probleme, wie den Wettbewerb um Gelder der notwendig ist, um die Qualität aufrecht zu erhalten. Dieser Wettbewerb um Gelder innerhalb der Wissenschaften, ist noch einmal ein eigenes tragisches Kapitel, gegen das sehr viel gesagt werden könnte. Weil aber so viele studieren, ist es weiter von vornherein praktisch ausgeschlossen, diesen Klagen mit den notwendigen Mitteln gerecht zu werden – folglich wird es immer zu wenig Geld geben. Da es für fast alle Studierenden jedoch herausgeschmissenes Geld ist, ist das aber auch nicht wirklich schade. Dass die kleine Minderheit an Hochproduktiven dadurch ausgebremst werden, ist jedoch durchaus schade.

Wir haben weiter den Versuch, kreativen Intellektualismus für die gewaltige Studierendenmasse zu automatisieren – das ist definitionsgemäss immer unmöglich. Dies, weil für jeden irgendwas gefunden werden muss, an dem er forschen kann. Auch hier haben wir ein separates Kapitel an Tragik, durch diese Automatisation. Und auch hier ist es durch die Masse an Studierenden verursacht. Durch die Masse haben wir dann wiederum nutzlose Wissenschaften die entstehen, und diese Wissenschaften erschaffen neue Probleme, anstatt alte zu lösen wie man erwarten würde, aus Angst um ihre Existenzberechtigung. So z.B. die Sozialwissenschaften mit ihrern zahlreichen Gerechtigkeitsideologien, die absolut nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Wie soll man etwas bezeichnen, das nicht Wissen, sondern Falschheit entwickelt? Der Höhepunkt solcher Falschheit wird gegenwärtig wohl durch den Postmodernismus verkörpert, der Kategorien an sich abschaffen will. Da wird seit einigen Jahrzehnten, bis heute, bis in diesen Moment, sehr aktiv versucht, grundlegendste Voraussetzungen für jeglichstes Wissen zu entfernen. Und sowas kommt heute aus den Wissenschaften. Durch den vergeblichen Versuch, die Forschung in ihrem kreativen Bereich zu automatisieren, vergeuden viele junge Menschen ihre Zeit mit nutzlosen Untersuchungen, welche niemals von irgend jemandem gelesen oder genutzt werden.

Das sind viele Punkte, die hier aufgeführt wurden, und es gibt noch sehr viele mehr. Jedoch sind sie symptomatisch – sie berühren das grundlegende Problem nicht, und um dieses soll es gehen, das wir hier indentifizieren wollen, um so einen bestimmten Ausweg aufzuzeigen. Dennoch hier einige weitere Punkte, welche einfach erwähnt werden müssen.

Wir haben eine “Schule zur Weltanschauungslosigkeit”, weil nach einigen modernen Wissenschaften ‘Wahrheit an sich’ trügerisch sei. Aber sie irren, denn für die Welt haben zwar alle WA die gleiche absolute Menge an Gültigkeit, was die Dinge durchaus etwas relativiert, aber für den Menschen ist das nicht so. Für den einzelnen Menschen gilt das Einzelne, nicht das Gesamte. Und dieses Einzelne gilt, es ist nicht trügerisch, höchstens okkult. Und zwischen trügerischer Wirklichkeit und okkulter Wirklichkeit befinden sich Welten: das eine scheint es nur zu geben, das andere gibt es, wenn auch nicht im Offenen. Weil Universitäten Objektivität zu schulen versuchen, üben sie die Studenten durch den Diskurs, oder durch Essays, oder sonstige Aufträge, darin, nicht zu vertreten was einem eine Empfindung von Wahrheit vermittelt, was eigene WA ist und wie man damit umzugehen hat, sondern was als erklärter, äusserer Standpunkt bestimmt wird. Das ist als Übung durchaus angemessen, jedoch findet sich in manchen Studiengängen nicht viel anderes. Oftmals wird gar angewiesen, wie man den eigenen Eindrücken systematisch misstrauen sollte, um zu verstehen, was da draussen wirklich vorgeht. Das ist, wenn generell angewendet, ein Übel für den Menschen, und erschwert es, zu lernen, die eigene WA zu vertreten. Als gelegentliche Übung ist es jedoch, wie gesagt, etwas sehr Sinnvolles.

Es soll deswegen jedoch nicht gedacht werden, dass ‘eine WA zu vertreten’ bedeutet, dass alle um eine Kerze herum in einem Kreis sitzen, den ‘Ich-rede-jetzt-Ball’ herumgeben, und erzählen was “das mit ihnen persönlich macht”. Es bedeutet, dass der Mensch eine eigene Aussage machen soll, wenn er spricht, und nicht immer nur wie ein Projektor wiederzugeben, was von irgendwo eingegeben wird.

Wir haben eine “Schule zur Persönlichkeitslosigkeit”, welche sich mit der Weltanschauungslosigkeit stark überschneidet. Diese Persönlichkeitslosigkeit entsteht, weil ‘Stoff’ absorbiert werden muss. Der Konsum von Inhalten für Prüfungen erlaubt meistens zeitlich nicht, Inhalte kritisch aufzunehmen, und sich von ihnen Formen zu lassen, indem man sie mit sich selbst vermischt. Auch da geht WA an den jungen Menschen verloren.

Das sind alles gewaltige Probleme, welche ungeheure Ressourcen für nichts aufbrauchen. Und wenn die Wissenschaften sagen, dass das Wissen trügerisch sei, so ist das zum Teil auch wirklich wahr, weil es durch diese selbst geschaffenen Probleme trügerisch wird. Und das veranschaulicht den aktuellen Dynamismus der Universitäten: sie haben tiefe, grundlegende Probleme, welche weitere Probleme oben drauf bewirken, und diese oberen Probleme bewirken Methoden, welche selbst die tieferen Probleme verschlimmern (siehe Kategorienlosigkeit durch den Postmodernimsus), und diese verschlimmerten tieferen Probleme bewirken wiederum eine Verschlimmerung der oberen, welche einfacher zu sehen sind.

Man könnte sich hier jedes einzelne Fachgebiet genauer anschauen, und unzählige Punkte finden, von welchen falsche Annahmen zur eigenen Rolle in den Wissenschaften ausgeht. Die Situation wird sich jedoch nicht verändern lassen, wenn nicht kritisiert wird, wie das grundlegend mangelhafte Fundament dieser Institutionen aussieht. Die Grundlagen dieser Instituionen müssen hinterfragt werden, dann erst ist es möglich, dasjenige oben drauf nachhaltig zum Besseren zu ändern – mit der Zeit ändert es sich sogar automatisch, wenn die Grundlagen gesund sind. Dazu wollen wir mit den nächsten Artikeln etwas näher auf die Methode eingehen. Und wir wollen sehen, was der Begriff ‘Wissen’ bedeutet, um daraus den Begriff ‘Wissenschaft’ abzuleiten.

Wissenschaft und Methode 1: Materialismus

  1. Materialismus
  2. Institutionen
  3. Objektivität
  4. Erkenntnis
  5. Phänomen
  6. Zusammenfassung

Die Idee dieser Serie sollte ursprünglich eine Kritik an alle Wissenschaft der Gegenwart sein. Jedoch kann eine solche Kritik an alle materialistische Wissenschaft in einer solchen Serie niemals gemacht werden, weil es, vor allem dort wo es komplexer wird, den Rahmen sehr bald sprengen würde. Und weiter sollte gar nicht die ganze Wissenschaft kritisiert werden, da aus der Sicht der WA bestimmt auch sehr vieles richtig gemacht wird, Dinge, die ihrer Menge wegen, ein einzelner Mensch niemals mehr überschauen und erst recht nicht kritisieren kann. Die hier aufgeführte Kritik soll sich also an jenen Teil der modernen materialistischen Wissenschaft richten, der die Ergebnisse kommuniziert – auf dass diese dann in Schulen gelehrt werden, und in der Öffentlichkeit dadurch als Tatsachen wahrgenommen werden. Was in den Schulen also gelehrt wird, und wie es gelehrt wird, soll hier kritisiert werden. Das bedeutet nicht, dass alle Schulen alles anders machen sollen, sondern es ist als ein Gedanke gedacht, den ich einfach formulieren möchte.

Warum soll eine solcher Gedanke gemacht werden? Er soll gemacht werden, weil die materialistische Wissenschaft sich im Bereich der allgemeineren Bildung nicht so verhält, wie es angemessen wäre. Der Materialismus wird durch die Einseitigkeit der Lehrenden gezwungen, sich dort fast unanständig zu verhalten. Dies bedeutet folglich nicht eine Kritik am Materialismus, sondern eine Kritik an der Nutzung des Materialismus.

Das unanständige Nutzen des Materialismus, für uns vor allem in der tieferen Bildung, ist, dass er in der Gegenwart Dinge behauptet, zu denen er mit seinen Eigenschaften eigentlich kein Recht hat, seine Meinung zu äussern. Was aus diesen Behauptungen des Materialismus folgt, ist, dass da Spekulation als “für den Moment anerkannte Wissenschaft” verkauft wird. Es wird als Theorie verkauft, was eigentlich Hypothese, oder nur These, ist. Oder dann gilt alles Wissen nur für den Moment, als wäre das Thema nicht das Wirkliche, sondern Politik oder dergleichen. Wissenschaft sollte höhere Ansprüche an Beständigkeit haben. Da wird der Laie mit rhetorischen Tricks überzeugt, dass der Materialismus in seinen dadurch manchmal fast komplett erfundenen Theorien Gültigkeit habe, weil er scheinbar zulässt, korrigiert zu werden. Jedoch nur, solange aus dem Materialismus eine besser belegte Theorie kommt. Das trifft auch auf andere Methoden aus anderen WA zu.

Eine solche Theorie, eigentlich jedoch Hypothese, findet sich z.B. über das Alter des Universums. Eine andere ist jene über das Alter der Menschheit. Eine dritte ist die Theorie des Materialismus zur Teilchenphysik. Es sind drei verschiedene Beispiele, sie haben aber genug gemeinsam, um hier oberflächlich verglichen zu werden. Sie sind gleichzeitig genug unterschiedlich, um die Hauptströmungen der Unanständigkeit der Kommunikation der modernen Wissenschaft zu zuzeigen.

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Beginnen wir mit dem Alter der Menschheit. Hier ist das Problem die Gültigkeit der Annahme. Man hat hier Beweise aus dem Materialismus, sowie Beobachtungen von allen anderen WA. Was als gültig akzeptiert wird, darf nach den modernen Wissenschaften jedoch nicht über die Beweise hinaus gehen. Man wird hören, dass die Wissenschaft dieses und jenes nur so lange als gültig erklärt, bis neue physische Beweise zum Vorschein treten, welche die bestehende Annahme widerlegen oder ergänzen. Damit folgt die Methode aus dem Materialismus, nicht aus der Beobachtung des Realen. Der Materialismus wäre eher angemessen, wenn er aus der Methode käme, nicht umgekehrt.

Das Problem ist hierbei die Gültigkeit des physischen Beweises. Wenn es viele Hinweise gibt, welche auf ein Bestimmtes hindeuten, und es keine physischen Beweise dafür gibt, so muss es möglich sein, dass die Hinweise mehr Gültigkeit haben können, als der physische Beweis. Z.B. in der Archäologie, wo der alte, ausgegrabene Knochen, oder das alte, ausgegrabene Werkzeug stets das letzte Wort haben, könnte etwas geschehen. Vor allem dort, wo sie das letzte Wort haben, weil sie nicht zufälligerweise an einem bestimmten Ort im Boden herum lagen (“hier fanden wir nichts, folglich war hier nichts”). Und selbst wenn da Dinge im Boden sind, ist es ein weiterer Glücksfall, diese auch noch zu finden. Wenn Funde Glück oder Zufall sind, so ist es dann auch mit der Wahrheit Glück oder Zufall, ob man sie nun in den Büchern findet, oder eben nicht. Wahrheit zu haben, soll nicht von Glück und Zufall abhängen. Es darf nicht sein, dass nur anerkannt wird, was wir durch physisch Vorgefundenes belegen können, weil sehr oft auch wahr ist, was sich nicht mehr physisch belegen lässt. Anerkannt muss werden, was am ehesten Wahrheit ist, nicht was angefasst und mit einem teuren Gerät und dessen spezieller Bestrahlung gerastert und sonstwie untersucht werden kann. Die Vergangenheit muss aus einer gesunden Kombination aus physischen Beweisen und historischen Zeugnissen zusammen gesetzt werden, nicht durch physische Beweise allein. Wenn physische Funde die Vorstellungen, die allein auf physischen Funden basieren, abändern dürfen, warum sollten nicht auch historische Erzählungen als Hinweise die Vorstellungen des Menschen, die aus der Kombination aus Zeugnis und Fund bestehen, abändern können?

Es scheint, dass wenn etwas scheinbar nicht gewusst werden kann, lieber eine wohl falsche Theorie erstellt wird, als bei der Hypothese zu verbleiben, in der Annahme, dass die Theorie in der Zukunft dann durch eine bessere Theorie ersetzt oder angepasst werden wird. Oder es wird verleugnet, dass etwas nicht gewusst werden kann, und man vertraut auf die Beweise die man hat. Man zieht einen unwahrscheinlichen, auf physischen Funden basierenden Reduktionismus einer wahrscheinlicheren Kombination aus Funden und Überlieferung vor, in der Hoffnung, dass zukünftige Funde den Reduktionismus etwas weiten werden.

Was geschieht, wenn nur vom physischen Beweis ausgegangen werden darf, ist, dass man alle Vorstellung auf solche Funde reduziert (‘argumentum ex silencio’). Der Begriff Reduktionismus wird gerne auch für anderes verwendet (z.B.: eine Ursache -> eine Wirkung), aber es ist dennoch ein geeigneter Begriff dafür, wenn man hohe Komplexität mit wenigen endgültigen Beweisen verknüpft, und sagt, dass man vom Gefundenen ausgeht, und alle Vorstellung von der Vergangenheit darauf aufbaut – bis mehr gefunden wird, und die Vorstellung etwas erweitert werden kann. Der Reduktionismus führt zu einer bestimmten Vorstellung von der Welt: einer leblosen nämlich, weil das meiste durch die Zeit vergangen und verloren ist. Hier so viel zum Alter der Menschheit.

Ohne andere physische Beweise wird von einer linearen Zeitachse ausgegangen, nicht einer dynamistischen. In einer dynamistischen Zeitachse ist ein Kommen und Gehen hoher Zivilisatinen möglich. In einer linearen gibt es den Affen, dann den Jäger und Sammler, dann den einfachen Bauern, dann erste kleine Zivilisationen, dann irgendwann uns. Beide Bilder unterscheiden sich gewaltig voneinander. Die lineare Zeitachse ist reduktionistisch, sie ist belegt durch genau das, was ausgegraben wurde. Die dynamistische berücksichtigt alte Erzählungen allerlei Völker.

Das Alter des Universums, wie auch die einfache Teilchenphysik mit dem Periodensystem, sind unser nächster Beobachtungegenstand. Beim Alter des Universums wird von der Physik eine Aussage gemacht, für die sie nur bedingt die Mittel hat. Das Problem damit ist, dass dadurch in den Menschen bestimmte Vorstellungen von der Wirklichkeit aufkommen. Solche Vorstellungen formen dann die Menschen, sie verwandeln seine Vorstellungen. Für den einseitigen Materialisten verbessert sich der Mensch durch die materialistische Sichtweise, für die meisten anderen verwandelt sich die Vorstellungswelt des Menschen jedoch in eine sehr trostlose.

Würde die Physik ihre Erkenntnisse für sich gebrauchen, wäre es etwas ganz anderes. Aber die Menschen glauben durch die in der Schule gelernten Aussagen der Physik Dinge sagen zu können, wie: “Das sichtbare Weltall ist 13,787± 0.0020 Miliarden Jahre alt”. Eine solche Zahl ist eine Erfindung. Es basiert zwar auf bestimmten Messungen (kosmischer Hintergrundstrahlung), vor allem aber auch auf unendlich vielen Annahmen, die meisten davon wohl unbewusst oder ein grosser intellektueller Kompromiss. Es ist eine Anmassung, eine solche Zahl von sich zu geben und nicht gleichzeitig deutlich zu relativieren, wie sehr wahrscheinlich sie falsch ist. Im Gegenteil wird jedoch der mögliche Bereich der Ungenauigkeit als eine bestimmte Anzahl von millionen Jahre angegeben. Und dann präsentiert man diese Kommastellen, als hätte man das wirklich herausgefunden. Man nimmt an, dass, seitdem das Universum aus dem Nichts heraus explodiert ist, jeder Vorgang linear verlaufen ist, inklusive Zeit selber, und dies seit jenem angenommenen Urbeginn. Da wird so vieles gleichzeitig behauptet, und nichts davon hat jeglichste Bedeutung, nichts fusst in tatsächlichem Wissen. Und weiter wird solches dann von Menschen in Schulbücher hinein geschrieben, die sich nicht ernsthaft mit diesen Dingen auseinander gesetzt zu haben scheinen – etwas anderes ist jedenfalls schwer vorstellbar. Solche Dinge werden schlecht kommuniziert darin, wie unsicher solches ‘Wissen’ notwendigerweise sein muss.

Was die Physik für sich nun glaubt, mag sein was es will, solange es nur in ihrer eigenen Welt zirkuliert. Wird solche Spekulation jedoch in Schulbücher geschrieben, ‘Allgemeinbildung genannt’ und die Köpfe der Jugend damit gefüllt, und solches Teilwissen auch noch getestet, so sollte man innehalten. Nicht, weil es falsch wäre, sondern weil es keine Grundlage dafür gibt, anzunehmen, dass es wahrer ist als sonst irgendeine Spekulation zwischen dem Alter unserer Sonne und unendlich. Wissen ist etwas anderes, als etwas, vom dem man weiss, dass es reine Spekulation ist. Und in Schulbücher gehört ein in den WA ausgeglichenes Wissen, nicht Spekulation. Eine Zahl wie das Alter des Universums wird gelehrt, damit man eine Zahl dazu lehren kann, nicht weil es dem Menschen etwas bringt. Es wird um des Lernens willen gelehrt, damit man irgendwas hat, weil die falsche Alternative als ‘nichts’ sugferiert wird. Und selbst wenn es den Weg in das Schulbuch findet, so hat man es als materialistische Spekulation zu kennzeichnen.

Das soll nicht heissen, dass dadurch die (materialistischen) Bibelinterpretierer recht haben sollen, und die Welt 6’000 Jahre alt wäre – keineswegs. Die Jahre der Physik zum Alter des Universums ist womöglich tatsächlich richtig, solcher Zufall ist nicht auszuschliessen. Die exakten Wissenschaften haben jedoch eine Rolle zu erfüllen, und das ist exakt zu sein – und dies soll auch so in den Schulen vermittelt werden. Sie haben exakt zu sein in demjenigen, das sie wissen können. Das Alter des Universums gehört genauso wenig dazu wie das Alter der Menschheit. Was die Physik an Theorien hat, zu solchen Dingen, die von der Allgemeinheit (und traurigerweise auch vielen Akademikern) jedoch nicht als Theorien sondern fälschlicherweise als Absolutheiten verstanden werden, soll sie sorgfältig bei sich behalten und jeden entschieden in die Schranken weisen, der solche Dinge als Fakten verkaufen will. Und wenn das bedeutet, dass die Menschen dann irgendwelche verrückten Ideen glauben, weil sie ein unsicheres Wissen nicht in sich halten können, so sei es eben so. Dann erfüllt die Physik zumindest ihre Aufgabe zur Exaktheit.

Wenn die exakten Wissenschaften keinen Standard zu Exaktheit vermitteln, so ist auch für das andere Extrem alles Recht. Denn dann hat man Präzedenz für Unwissenschaftlichkeit. Dann haben leider auch die materialistischen Bibelinterpretierer genau das gleiche Recht, ihre Einseitigkeiten in solcher Art zu präsentieren, und in Schulbücher zu schreiben. Das ist sicher nicht eine Welt, in der die exakten Wissenschaften leben wollen, und so sollten sie sich selber an der Nase nehmen, bevor das Pendulum irgendwann in die andere Richtung schwingt.

Das Dritte ist die Teilchenphysik, wie kritisiert von Pierre Alizé (siehe “Literatur zu den WA” weiter unten). Man hat dem Atom bestimmte Teile zugeschrieben, wie das ungeladene Neutron, das positiv geladene Proton, das negativ geladene Elektron, und nun sind noch vielerlei kleinere Teile hinzu gekommen, welche Neutron, Proton und Elektron zusammensetzen, wie Quarks. Es ist nicht so gut wie recht, zu lehren, dass Materie tatsächlich aus diesen kleinsten Kügelchen besteht. Warum ist das nicht gut und recht? Weil es ein Modell ist. Es ist das Atommodell, um das Verhalten von Materie zu erklären, und Voraussagen machen zu können.

Ein Modell ist jedoch nicht die Wirklichkeit. Nach Alizé ist das Modell die Krücke, folglich ist der Muskel das Wirkliche (und Kraft das Wahre). Das Modell selber ist nie das Wahre. Und auch hier gilt wieder: wenn die Menschen sowas glauben, so formt es sie. Und die Vorstellung davon, wie sich die Welt im Kleinsten zusammensetzt, bewirkt sehr vieles im Menschen. Und wenn jeder denkt, die Welt bestünde aus kleinsten Materiebällchen, so hat das eine bestimmte Wirkung. Dann wird nämlich nicht mehr daran gedacht, wie sich in der Physis auch anderes befinden könnte, als noch mehr Physis, noch kleinere Teilchen usw. Und so verlieren die Menschen allmählich von jenen WA, welche vom Materialismus weiter weg sind, und die schädliche Einseitigkeit entsteht. Wir formen uns aus jenen Dingen, mit welchen wir uns beschäftigen. Beschäftigen wir uns viel mit dem Materialismus, ohne zu wissen, welche Aussagen da im Schatten der Worte gemacht werden, so werden wir nach und nach zu Materialisten. Ein Blick auf eine WA bringt uns jener WA näher. Unsere Blickrichtung, und was wir da sehen, bildet unser Wesen. Wollen wir anders werden als wir sind, brauchen wir nur stets an einen anderen Ort hin zu schauen. Der Materialismus formt uns zu Materialisten, ohne dass wir es merken, nur indem er uns auf sich schauen lässt.

Muss in Schulbüchern ein Modell gelehrt werden, um einen Sinn für das Reale zu entwickeln, so hat die Bildung mit dem Wissen eigentlich bereits versagt. Das Modell hat die Aufgabe, im Experiment zu helfen, eine Voraussage zu machen. Es soll helfen, um zu einer Erkenntnis, zum Erkennen einer Wahrheit zu kommen, es soll jedoch nicht selber die Erkennt is oder Wahrheit sein. Selber ist das Modell nichts weiter als eine Hilfe dazu. Wahrheit ist in der Schule noch genug einfach, um ohne Modell auszukommen. Ist man gewungen zum Modell zu greifen, um überhaupt Sinn zu machen, so ist das eine Art Alarmsignal, dass da etwas nicht stimmt, oder dass vom Lehrer selber etwas nicht verstanden wird.

Wir haben kurz diese zwei Theorien (eigentlich Hypothesen) und das Modell angeschaut, und was man davon wohl wegnehmen kann, ist, dass die exakten Wissenschaften für die Grundbildung keine Aussagen über diese drei grossen Fragen machen sollten, weil sie dann sogleich aufhören, exakt zu sein. Und exakte Teilwahrheiten zu verbreiten, macht es nicht besser, selbst wenn man sie mit grösstem Selbstvertrauen verkündet. Und was das Atommodell angeht, so muss jeder Wissenschaftler selber beweisen, dass er in sich die Geisteskraft hat, ein Modell des Kleinsten zu nutzen, ohne es als ein vergrössertes Bild der Wirklichkeit zu sehen. Wer das nicht kann, wer die Fähigkeit zum Abstrahieren nicht in sich findet, der disqualifiziert sich eigentlich für dieses Gebiet des okkultistischen Materialismus.

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